Angehörigenberatung & Spielsucht in der Familie

Spielsucht trifft heute über 30.000 Familien in der Steiermark. Angehörige stehen vor dem Dilemma, den Suchtbetroffenen nicht alleine lassen zu wollen, merken aber deutlich, dass die Familie finanziell, emotional und gesundheitlich durch die Sucht existenziell bedroht ist. Viele Angehörige bleiben mit ihrem Problem alleine und fühlen sich isoliert. Es ist ihnen selten bewusst, dass sie selbst professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen sollten, noch bevor sich der eigene Gesundheitszustand rapide verschlechtert.

Beratung schützt: Einfach nur „durchhalten“ kann ihre Gesundheit gefährden!

In der Steiermark leben zwischen 4000 und 35000 Menschen mit problematischem Glücksspielverhalten, mindestens 3.900 Menschen sind an Glücksspielsucht erkrankt. Bis zu sieben Angehörige im familiären, persönlichen und beruflichen Umfeld sind jeweils von den oft existenzbedrohenden Folgen der Sucht mit betroffen. Angehörige erleiden häufiger  häusliche Gewalt.  Bei durchschnittlich drei Angehörigen pro Spieler verschlechtert sich der Gesundheitszustand massiv und sie erkranken selbst aufgrund der andauernden psychischen Dauerbelastung.

Zwischen 70 und 90% der Spielsuchterkrankten sind Männer. Mehr als 50% von ihnen leben in Ehe oder aufrechter Beziehung. Spielsucht ist die „Sucht der Familienväter". Frauen sind als Angehörige überdurchschnittlich häufig  existentiellen Belastungen ausgesetzt. Auch für Kinder entstehen vielfach unterschätzte Gefahrenmomente. Frauen- und Familienberatungsstellen zählen daher zu wichtigen Anlaufstellen für Angehörige.
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Auch nach Bekanntwerden der Sucht fällt es Angehörigen schwer, sich anderen mitzuteilen bzw. professionelle Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Die Gefahrenmomente, die das mit sich bringt werden oft unterschätzt („Hilfe braucht ja der Süchtige, nicht man selbst“).

Erfahrungen zeigen, dass durch gezielte Angebote für Angehörige die Belastungen und damit die Gesundheitsrisiken signifikant verringern werden konnten. Präventive Angehörigenarbeit kann eine Früherkennung von Suchtentstehung gewährleisten.

Themen in der Beratung:
  • Juristische, soziale und psychologische Beratung für Angehörige (Familienrecht, Gewaltprävention, soziale Unterstützung, Schutz der eigenen Gesundheit, Schutz der Kinder, finanzielle Gefahren...)
  • Infos zu Suchtberatungsstellen und Behandlungsmöglichkeiten

 

Bibliothek: Ratgeber und Handbücher im Frauenservice kostenlos ausborgen

In unserer Bibliothek finden Angehörige und Fachkräften Literatur zum Thema Abhängigkeit, Familie und Spielsucht.
Sie können Ratgeber, Handbücher und Romane kostenlos entlehnen. 

Literaturübersicht zum Thema Sucht & Familie...

Literaturübersicht Glücksspielsucht...

Expertise im Frauenservice

Das Frauenservice ist Teil des Steirischen Netzwerkes Angehörigenarbeit & Glücksspielsucht und arbeitet eng mit anderen Facheinrichtungen zusammen. Mit dem Projekt TrotzdemGESUND setzte das Frauenservice einen Schwerpunkt zur Angehörigenarbeit und hat dazu ein Handbuch herausgegeben:


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Praxishandbuch Angehörigenarbeit Glücksspielsucht

Angehörige wahrnehmen & stärken - Das Handbuch zur Angehörigenarbeit im Glücksspielkontext richtet sich an Fachkräfte, politische EntscheidungsträgerInnen aber auch Betroffene; Aus dem Inhalt: Pilotstudie zu Lebenswelten von Angehörigen - Evaluationsergebnisse Entlastungsprogramm - Fachbeiträge aus dem Netzwerk Angehörigenarbeit & Glücksspielsucht. TrotzdemGESUND : Ein Kooperationsprojekt von Frauenservice Graz und Fachstelle Glücksspielsucht Steiermark

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Austausch : Sie möchten sich mit anderen Angehörigen treffen?

"Es gibt auch noch andere und das stärkt!"

Melden Sie sich bei uns, wenn Sie Interesse an einem unverbindlichen Treffen mit anderen Menschen haben, die ähnliches erlebt haben, wie Sie. Das Frauenservice bietet auch kostenlose Unterstützung und Raum falls sie an regelmäßige Treffen von Angehörigen interessiert sind.

TeilnehmerInnen unseres ersten Gruppenprogramms für Angehörige sagen:

"Mich hat das gestärkt, dass ich nicht alleine bin auf dieser Erde." - "Es ist mir dann natürlich schon ein Stein vom Herzen gefallen, dass man einfach wieder offen sein kann und mit jemandem reden kann."

Wir möchten, dass diese positiven Erfahrungen durch den regelmäßigen Austausch unter Angehörigen gefestigt werden können. Sie haben Interesse? Melden Sie sich für ein Gespräch (unverbindlich und auf Wunsch auch anonym).

Kontakt: Tel. +43-316-71 60 22, petra.leschanz(at)frauenservice.at